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Planungen zur Attraktivierung des Ortsteilzentrums Mengede
N_Nowak/SBM |
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Ein interessantes und attraktives Erscheinungsbild des Mengeder Zentrums gehört zu den Faktoren, welche in der Konkurrenz um Neubürger und zahlungskräftige Kunden keinesfalls gering geschätzt werden dürfen.
Die städtebauliche Grundstruktur des Ortskernes Mengede besteht aus unterschiedlichen Zonen, die in einigen Bereichen eine gute architektonische Qualität und ein ansprechendes Bild bieten. Dies gilt besonders für den ältesten Kern im Umfeld der evangelischen Kirche, für wesentliche Teile des Marktplatzes mit dem denkmalgeschützten Saalbau und die aufgelockert bebauten und gut durchgrünten Wohnstraßen zwischen Burgring und Am Amtshaus/Mengeder Straße.
Auch das Gebäude der Bezirksverwaltungsstelle und die nähere Umgebung prägen den Stadtteil positiv.
Umso stärker treten in einigen Bereichen deutliche Defizite hervor. Die Baublocks südöstlich von Rigwinstraße und Heimbrügge mit mehreren großen Einzelhandelsbetrieben und einer Vielzahl von Stellplätzen bilden wegen der gestalterischen Anspruchslosigkeit ein schlechtes Entreé von der Dönnstraße her.
Besonders auffällig werden diese Mängel am Busbahnhof, wo schlecht gestaltete Privatbauten und vernachlässigte öffentliche Straßen- und Platzräume das Bild prägen. Zwischen dem Rewe- und Edeka-Einkaufsmarkt liegen ehemalige Straßenbahngleise. Der Bereich wird als Verbindungsweg benutzt, ist aber nicht gut begehbar und verwahrlost zusehends.
Verbesserungsbedarf gibt es weiterhin am Mengeder Bahnhof und an der Dönnstraße/Schaphusstraße.
Verkehrsmittel und Parkraum
Für die Lebensfähigkeit des Stadtteilzentrums ist die gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln von großer Bedeutung. Dazu gehören sichere Rad- und Fußwege ebenso wie ein dichtes Netz
öffentlicher Verkehrsmittel.
Allerdings ist an einem Standort, der überwiegend auf die Nahversorgung umliegender Stadtteile ausgerichtet ist, mit einem relativ großen Anteil Pkw-Verkehr zu rechnen. Besucher und Anwohner erwarten auch, ausreichend Parkplätze vorzufinden, vorzugsweise direkt vor dem Laden oder der Wohnung. In dicht bebauten zentralen Lagen ist der Platz jedoch begrenzt und nicht jeder ist bereit, einige Minuten Fußweg in Kauf zu nehmen. So entsteht im Mengeder Ortskern besonders an Markttagen ein hoher Anteil Parksuchverkehr, der die Aufenthaltsqualität für Fußgänger erheblich mindert.
Das Bestreben, möglichst zentral zu parken, führt auch zu verkehrswidrig auf Gehwegen abgestellten Fahrzeugen, wodurch oft Fußgänger behindert werden. Ohnehin sind die Gehwege vieler Straßen zu schmal, vor allem dann, wenn von Einzelhändlern Waren und Werbung vor dem Geschäft präsentiert werden.
Geparkte Autos dominieren das Erscheinungsbild der meisten Straßen. Darunter leidet das Flair der Mengeder Stadtmitte.
Eine Parkraumuntersuchung wurde im September 2000 an zwei Tagen (Donnerstag, 14.09. und Samstag, 16.09.) während der Geschäftsöffnungszeiten durchgeführt. Es werden fast 1 200 öffentlich zugängliche Stellplätze nachgewiesen. Nur 2 % davon sind bewirtschaftet (Gebühr). Bezogen auf die Markttage liegen besonders die Siegburgstraße, Am Amtshaus und ein Teil der Heimbrügge unter großem Parkdruck. Hingegen befinden sich in etwas weiter entfernten Zentrumsstraßen und im Extra-Markt-Parkhaus immer Kapazitätsreserven.
Mögliche Verbesserungsmaßnahmen im Bereich Verkehr
Das Parkraumgutachten schlägt eine deutliche Ausweitung des bewirtschafteten Bereiches vor, damit die Stellplätze in günstiger Lage nicht von Dauerparkern blockiert werden. Eine wirksame Kontrolle der Parkzeitbegrenzung ist parallel dazu erforderlich.
Eine große Bedeutung haben auch gestalterische und funktionale Verbesserungen im Straßennetz.
Die Bedingungen für Fußgänger (Sicherheit, Bequemlichkeit, angenehme Umgebung) sollten günstiger gestaltet werden. Gleichzeitig sollen auch zukünftig ausreichend Parkplätze im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Der Radverkehrsanteil soll durch verbesserte Angebote (durchgehende Radwege, sichere Abstellmöglichkeiten, Wegweisung u. a. m.) erhöht werden.
Der Standard der Busverbindungen ist zu erhalten und punktuell zu verbessern.
Was ist bisher geschehen?
Anfang 2000 erhielt das Planungsamt von der Bezirksvertretung Mengede den Auftrag, für die Siegburgstraße, Am Amtshaus, den Marktplatz und angrenzende Bereiche Umgestaltungsvorschläge zu erarbeiten.
Die hier vorgestellten Planungsvorhaben sind den Mengeder Bürgern und Bürgerinnen in mehreren Informationsveranstaltungen präsentiert und zur Diskussion gestellt worden. Diese fanden statt im Juni 2000, Januar 2001 und April 2002. Eine weitere Versammlung im November 2001 richtete sich an die Anlieger der Straßen Am Amtshaus und Siegburgstraße, die über die voraussichtliche Höhe der KAG-Beiträge informiert wurden.
Die Umsetzung der vorgeschlagenen Straßenneugestaltungen hängt auch von der Zuschussgewährung durch das Land NRW ab.
Erläuterungen zu den Planungsvorschlägen
Siegburgstraße von „Am Amtshaus“ bis Rigwinstraße
Die Diskussion mit Mengeder Bürgern und den Anliegern der Siegburgstraße zeigten den mehrheitlichen Wunsch nach einer Aufteilung der Straßenfläche, die funktional so flexibel ist, dass sowohl stärkere Verkehrsströme bewältigt werden können, als auch die Herausnahme aus dem Netz des fließenden Verkehrs möglich ist. Insbesondere von vielen Einzelhändlern wird eine klassische Fußgängerzone nicht befürwortet, aber die Auffassung der Verwaltung geteilt, dass für Fußgänger mehr Bewegungsraum geschaffen werden muss.

Dies ist auch möglich, wenn auf die bisher vorhandenen Längsparkmöglichkeiten an der Westseite der Straße verzichtet wird. Dadurch kann eine den Fußgängern vorbehaltene Fläche von über fünf Meter Breite geschaffen werden, die auch noch Spielraum für Warenauslagen und Straßencafe`s bietet. Es ist möglich, dort zu bestimmten Tageszeiten Lieferfahrzeugen das kurzzeitige Parken zu gestatten. Auch an der Ostseite der Straße soll auf die Parkmöglichkeiten verzichtet werden. Dies geschieht zugunsten einer möglichst großen Marktplatzfläche, da der Mengeder Wochenmarkt floriert und große Nachfrage nach Standplätzen besteht.
Der Straßenquerschnitt ist (von West nach Ost) wie folgt aufgebaut:
Gehweg 5,40 m
Fahrbahn incl. Entwässerungsrinnen 6,63 m
Gehweg mit Baumbeeten 5,80 m
Hochborde sollen nicht angelegt werden, um der Siegburgstraße einen großzügigen Charakter zu geben und eine funktionale Flexibilität zu gewährleisten.
Die Gehwege werden von der Stärke des Pflastermaterials her so konzipiert, dass sie in Ausnahmefällen befahren werden können (Anlieferung, Ein- und Ausladen für Anwohner, Verkaufsstände bei Volksfesten).
Die Pflasterung der Fahrbahn soll die derzeitigen Verkehrsmengen aufnehmen können (entsprechende Pflasterstärke und Unterbau), wobei aber auch die Option besteht, die Straße später bei Bedarf in eine Fußgängerzone umzuwidmen.
Als Pflastermaterial sollen hochwertige Betonsteine mit geschliffenen Oberflächen verlegt werden. Für Gehwege und Fahrbahn werden unterschiedliche Farben und Formate des gleichen Steinfabrikats verwendet. Entwässerungsrinnen und Baumbeeteinfassungen werden aus Natursteinen hergestellt. Mit Querbändern aus dem gleichen Material werden Gehwege und die Fahrbahn gegliedert.

Das Material der Gehwege und die neue Straßenbeleuchtung soll für alle neuzugestaltenden Bereiche gleichartig sein, damit ein verbindendes Gestaltelement vom Bahnhof Mengede bis zur Dönnstraße entsteht.
Marktplatz
Zur zukünftigen Nutzung dieses zentralen Platzes haben die Bürger- und Anliegerversammlungen in relativer Eindeutigkeit ergeben, dass die Beibehaltung des Stellplatzangebotes auf der Marktplatzfläche gewünscht wird. Zwar finden auch an Markttagen die Zentrumsbesucher einen Parkplatz in zumutbarer Entfernung, doch nimmt der störende Parksuchverkehr spürbar zu, da zunächst die günstigen Lagen abgesucht werden. Das Angebot übersichtlicher und leicht anfahrbarer Stellplätze in zentralster Lage wird besonders von den Einzelhändlern als Pluspunkt für den Standort Mengede gesehen.

Zum anderen ist zu bedenken, dass durch die angestrebte gestalterische und funktionale Aufwertung des Straßenzuges Siegburgstraße/Am Amtshaus dort etliche bisher vorhandene Stellplätze entfallen werden.
Bei der gestalterischen und funktionalen Verbesserung des Marktplatzes sind vor diesem Hinter-grund möglichst viele Stellplätze zu berücksichtigen. Hierbei sind verschiedene Varianten zu entwickeln, die insbesondere die gestalterische Qualifizierung zum Gegenstand haben.
Zwei Planalternativen A und B sind im Juni 2000 in der Öffentlichkeit diskutiert worden.
Die Alternative A weist die größere Markt- und Parkplatzfläche auf (83 Stellplätze) und bildet im wesentlichen die Grundlage für die später entwickelte Alternative C.
Die Alternative C lässt dem nicht durch Einbauten (Mauern, Bänke, Brunnen o. ä.) unterteilten Markt die größtmögliche Fläche. Der Plan stellt erst einen groben Vorentwurf dar, der noch in einigen Punkten abzustimmen ist und technisch und gestalterisch genauer durchgearbeitet werden muss.
Die Materialien sind identisch mit denen an der Siegburgstraße (Betonsteine mit geschliffenen Oberflächen kombiniert mit gliedernden Natursteinbändern).
Aus Kostengründen sollen die Stellplatz- und Fahrgassenflächen in Asphalt hergestellt werden. Zur Erreichung eines gefälligeren Erscheinungsbildes ist es möglich, Gussasphalt mit eingewalztem hellen Split zu verwenden.
„Am Amtshaus“
Auch dieser Bereich, der für Fußgänger und teilweise auch Fahrverkehr im Gesamtnetz des Stadtteilzentrums eine große Bedeutung hat, hat streckenweise keine ausreichend breiten Gehwege. Geparkt wird halb oder ganz auf den Gehwegen. Dafür ist die Fahrbahn mit bis zu 9 m unnötig breit. Der Baumbestand mit alten Platanen ist ortsbildprägend, aber lückenhaft.

Für den östlichen Straßenabschnitt sind aufgrund der Diskussionen in Verwaltung und Öffentlichkeit schon mehrere Varianten vorgestellt worden. Verbindlich ist nunmehr der Plan mit dem Datum April 2002, Variante 1 (Ausbau mit hochwertigem Betonpflaster und Asphaltfahrbahn).
Anders als in diesem Plan dargestellt hat sich in der Bürgerversammlung im April 2002 gezeigt, dass Bürger und Politikvertreter mehrheitlich große Vorbehalte gegen die Führung von Buslinien durch diesen Abschnitt der Straße „Am Amtshaus“ und die nördliche Siegburgstraße haben, weil dadurch der gewünschte ruhigere Straßencharakter beeinträchtigt würde und das Gebäude der Bezirksverwaltungsstelle bereits von einer Haltestelle an der Remigiusstraße erschlossen sei. Die im Plan noch eingetragenen Haltestellen sollen deshalb entfallen.
Der Straßenumbau bringt auf der von Fußgängern stärker frequentierten Südseite einen deutlich breiteren Gehweg (durchschnittlich ca. 4 m). Die Fahrbahn lässt mit 6,50 m auch die Begegnung von Lkw zu. Fahrbahn und Gehwege sind durch Hochborde getrennt. Parkmöglichkeiten können nur einseitig angeboten werden. Sofern die Bushaltestelle entfällt, sind insgesamt acht Längsparkplätze möglich. Die Materialien entsprechen dem Standard der schon beschriebenen Maßnahmen. Die Fahrbahn wird im gesamten Verlauf „Am Amtshaus“ asphaltiert.
Der Vorentwurf für „Am Amtshaus“ westlicher Teil setzt die Gestaltungscharakteristik des östlichen Abschnittes fort, kann jedoch Längsparkbuchten beidseitig anbieten, da mehr Platz zur Verfügung steht. Insgesamt handelt es sich um 24 Stellplätze, die von den vorhandenen und 14 geplanten Bäumen untergliedert werden. Die Pflanzung der Bäume unterliegt dem Vorbehalt einer Zustim-mung durch die DEW (Leitungen im Bereich der Pflanzbeete). Anders als auf der Planlegende verzeichnet sollen auch in diesem Abschnitt nicht einfache Gehwegplatten, sondern das höherwertige Material der anderen umzugestaltenden Bereiche zur Anwendung kommen, um für die wichtigsten Mengeder Einkaufsstraßen eine einheitliche Linie zu erreichen.

Weitere Auskünfte zu den Planungen erhalten Sie beim Planungsamt Dortmund:
Anne Willkomm, Tel. 50 – 2 37 63
Harald Schütz, Tel. 50 – 2 46 65
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